Auszahlungsquote und Steuer: warum deutsche Automaten anders rechnen
Wer dieselbe Maschine aus zwei Märkten kennt, merkt einen Unterschied. Er hat zwei Ursachen, und eine davon steht in keiner Werbung.
Die Zahlen auf einen Blick
- 93–97 %
Auszahlungsquoten-Spanne bei Löwen Play
Je Slot verschieden – deshalb nennt diese Seite keine pauschale Zahl für „alle deutschen Slots“.
- 5,3 %
Nominale Automatensteuer
§ 38 RennwLottG, seit 1. Juli 2021 – angesetzt am Spieleinsatz, nicht am Gewinn des Anbieters.
- ~5,03 %
Effektiv, nach § 37
Die Steuer fließt in ihre eigene Bemessungsgrundlage ein – jeder eingesetzte Euro ist belastet.
- 01.07.2021
Seit diesem Tag
Gilt die eigene Steuer auf virtuelle Automatenspiele in Deutschland.
Die Spanne bei Löwen Play ordnet der erste Abschnitt ein, die beiden Steuersätze der Abschnitt zur Steuer.
Die Quote steht im Spiel, nicht in der Tabelle
Das nützlichste Recht in diesem Markt kennt fast niemand. § 22a Absatz 3 des Glücksspielstaatsvertrags verpflichtet erlaubte Anbieter, Spielregeln und Gewinnplan leicht aufrufbar zu machen – und dem Spieler sowohl die durchschnittliche Auszahlungsquote als auch die Wahrscheinlichkeit auf den Höchstgewinn anzuzeigen.
Du bist bei dieser Frage also nicht auf eine Vergleichstabelle angewiesen, auch nicht auf unsere. Der verbindliche Wert für den Automaten, vor dem du gerade sitzt, steht in diesem Automaten.
Das ist auch der Grund, warum wir keine pauschale Quote für „alle deutschen Slots“ nennen. Löwen Play gibt für den eigenen Katalog eine Spanne von 93 bis 97 Prozent je Slot an und verweist auf Prüfungen durch das Testlabor Gaming Labs International. Eine Spanne ist ehrlicher als ein Mittelwert – und die Zahl für deinen Titel steht ohnehin eine Ebene tiefer.
Was eine Auszahlungsquote nicht aussagt
Eine Auszahlungsquote ist ein statistischer Wert über sehr viele Runden. Sie beschreibt, welcher Anteil der Einsätze langfristig an die Gesamtheit der Spieler zurückfließt – nicht, was an deinem Abend passiert.
In einer einzelnen Sitzung sagt sie praktisch nichts. Zwei Spieler am selben Automaten mit derselben Quote können gegenteilige Abende haben, und das ist kein Widerspruch, sondern genau die Eigenschaft, die ein Glücksspiel zum Glücksspiel macht.
Nützlich ist die Quote trotzdem – als Vergleichsmaßstab zwischen Titeln, nicht als Prognose. Und die Wahrscheinlichkeit auf den Höchstgewinn, die daneben stehen muss, ist oft die aufschlussreichere der beiden Zahlen.
Die Steuer, die auf den Einsatz fällt
Seit dem 1. Juli 2021 gibt es in Deutschland eine eigene Steuer auf virtuelle Automatenspiele. Sie steht im Rennwett- und Lotteriegesetz, und zwei Eigenschaften machen sie für dich relevant.
Erstens die Höhe: 5,3 Prozent (§ 38 RennwLottG). Zweitens, und das ist der entscheidende Punkt, die Bemessungsgrundlage: Angesetzt wird am Spieleinsatz, nicht am Gewinn des Anbieters. Genau genommen am Einsatz abzüglich der Steuer selbst – § 37 nimmt die Steuer in ihre eigene Bemessungsgrundlage hinein, wodurch effektiv rund 5,03 Prozent des Einsatzes anfallen. Jeder eingesetzte Euro ist also steuerbelastet, unabhängig davon, ob daraus ein Gewinn wird.
Du siehst davon nichts auf deiner Abrechnung – sie wird nicht separat abgebucht. Sie steckt in der Kalkulation jedes erlaubten Anbieters, und sie ist einer der Gründe, warum die Quoten deutscher Fassungen unter denen internationaler Versionen desselben Titels liegen können.
Was man vergleicht, wenn man Fassungen vergleicht
Daraus folgt eine Einordnung, die in Foren regelmäßig fehlt: Wer die deutsche Fassung eines Automaten mit einer ausländischen vergleicht und sich über die Differenz ärgert, vergleicht nicht zwei Anbieter, sondern zwei Regelwerke und zwei Steuersysteme.
Zur Steuer kommen die übrigen Vorgaben, die alle in dieselbe Richtung wirken: fünf Sekunden je Spiel, ein Euro Einsatz als Grundregel, kein Autoplay, kein Jackpot. Das Produkt ist bewusst ein anderes.
Ob einem das gefällt, ist eine andere Frage als die, ob es ein Anbieter zu verantworten hat. Er hat es nicht – und wer dir dieselbe Maschine ohne diese Einschränkungen anbietet, bietet sie dir ohne deutsche Erlaubnis an, und damit ohne LUGAS, ohne OASIS und ohne Aufsicht.
Wie du zwei Automaten tatsächlich vergleichst
Wenn du zwischen zwei Titeln wählst, hilft die Auszahlungsquote allein wenig. Nützlich wird der Vergleich erst mit drei Angaben nebeneinander, und alle drei stehen im Spiel.
Die durchschnittliche Auszahlungsquote sagt, welcher Anteil der Einsätze langfristig zurückfließt. Die Wahrscheinlichkeit auf den Höchstgewinn sagt, wie realistisch das obere Ende überhaupt ist – zwei Automaten mit derselben Quote können sich hier um Größenordnungen unterscheiden. Und die Volatilität, sofern der Hersteller sie angibt, sagt, ob die Quote aus vielen kleinen oder wenigen großen Treffern entsteht.
Erst das Trio beschreibt, wie sich ein Automat anfühlt. Eine hohe Quote bei extremer Volatilität bedeutet lange Durststrecken; eine etwas niedrigere Quote bei ruhigem Verlauf kann die angenehmere Sitzung sein, obwohl die Tabelle das Gegenteil nahelegt.
Was keine dieser Zahlen leistet: eine Vorhersage für deinen Abend. Sie beschreiben Verteilungen über sehr viele Runden, und eine Verteilung ist kein Versprechen. Die Regeln hinter diesen Zahlen erklärt der Ratgeber.
Häufige Fragen
Wo finde ich die Auszahlungsquote eines Automaten?
Im Spiel selbst. Erlaubte Anbieter müssen Spielregeln und Gewinnplan leicht aufrufbar machen und sowohl die durchschnittliche Auszahlungsquote als auch die Wahrscheinlichkeit auf den Höchstgewinn anzeigen (§ 22a Absatz 3 GlüStV).
Sind die Quoten in Deutschland niedriger als im Ausland?
Die Quote der deutschen Fassung kann von der des Originals abweichen. Eine der Ursachen ist die Virtuelle Automatensteuer von 5,3 Prozent, die am Spieleinsatz ansetzt und nicht am Gewinn. Eine pauschale Zahl für „alle deutschen Slots“ gibt es nicht – verbindlich ist die Angabe im jeweiligen Automaten.
Muss ich meine Gewinne versteuern?
Die 5,3 Prozent sind eine Steuer des Anbieters, die am Spieleinsatz ansetzt, keine Abgabe auf deinen Gewinn, und sie wird dir nicht separat berechnet. Für deine persönliche Steuersituation ist die Steuerberatung zuständig, nicht diese Seite.
Heißt eine Quote von 96 Prozent, dass ich 96 von 100 Euro zurückbekomme?
Nein. Es ist ein statistischer Wert über sehr viele Runden und über alle Spieler hinweg. In einer einzelnen Sitzung sagt er nichts darüber aus, was dir passiert.
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