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Das LUGAS-Limit erklärt: 1.000 € im Monat, anbieterübergreifend

Die bekannteste Zahl des deutschen Glücksspielrechts wird am häufigsten missverstanden – weil der entscheidende Teil nicht die 1.000 € sind, sondern das Wort davor.

Die Zahlen auf einen Blick

  • 1.000 €

    Einzahlungslimit je Monat

    Der Standardwert nach § 6c GlüStV – anbieterübergreifend für dich als Person, nicht je Konto.

  • 10.000 €

    Möglich auf Antrag

    Nur mit Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt laut GGL ausdrücklich nicht.

  • 30.000 €

    Für höchstens 1 % der Spieler

    Diese obere Stufe ist ausdrücklich auf höchstens ein Prozent der aktiven Spieler eines Anbieters begrenzt.

  • 5 Min.

    Wartefrist beim Wechsel

    Aus der Aktivitätsdatei nach § 6h – der häufigste harmlose Grund für ein gescheitertes Login bei einem anderen Anbieter.

  • 5 Marken

    Unter einer Erlaubnis

    LordLucky, Lapalingo, tigerspin.de, casumo.de und winfest.de teilen sich eine Erlaubnis – und damit ein Limit.

Woher die drei Stufen kommen, steht unter Die Grundregel und Die Anhebung; die Wartefrist von fünf Minuten erklärt die zweite Datei.

Die Grundregel steht im Gesetz, nicht in den AGB

Der Glücksspielstaatsvertrag formuliert es in § 6c knapp: Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit darf grundsätzlich 1.000 Euro im Monat nicht übersteigen. Es ist damit keine Hausregel eines Anbieters, die man durch Wechseln umgehen könnte, sondern eine gesetzliche Obergrenze.

Das Wort, auf das es ankommt, ist anbieterübergreifend. Das Limit hängt an dir als Person, nicht an einem Konto, nicht an einer Marke und nicht an einer Gesellschaft. Wer im selben Monat bei drei erlaubten Anbietern je 400 € einzahlt, hat 1.200 € eingezahlt und damit die Grenze überschritten – auch wenn bei keinem der drei Konten für sich genommen etwas auffällig aussieht.

Technisch möglich wird das durch eine zentrale Datei. Dieselbe Vorschrift verpflichtet die zuständige Behörde, eine Limitdatei zur Überwachung des Limits zu unterhalten; jeder erlaubte Anbieter ist daran angeschlossen und meldet Einzahlungen dorthin. Diese Datei ist der Grund, warum die Grenze überhaupt greift.

Warum ein zweites Konto nichts ändert

Die häufigste Enttäuschung in deutschen Spielotheken sieht so aus: Du zahlst bei einem Anbieter zum ersten Mal ein, der Betrag ist klein, und trotzdem läuft die Einzahlung gegen eine Grenze. Das wirkt wie ein Fehler des Anbieters und ist keiner. Gezählt wird die Summe aller Einzahlungen des Monats über alle erlaubten Anbieter hinweg, und die hat mit dem Konto, vor dem du gerade sitzt, nichts zu tun.

Besonders deutlich wird das bei Markenfamilien. Hinter LordLucky und Lapalingo steht derselbe Erlaubnisinhaber, die Rabbit Entertain IT Limited, und dieselbe Erlaubnis trägt noch tigerspin.de, casumo.de und winfest.de. Ein Konto bei der Schwestermarke ist also in zweifacher Hinsicht kein zweites Konto: nicht für das Limit, und nicht für eine Sperre.

Die Lehre daraus ist unspektakulär, aber sie erspart Ärger: Wer das Limit erreicht hat, hat es erreicht. Der Zähler beginnt mit dem Kalendermonat neu, nicht dreißig Tage nach der letzten Einzahlung.

Die Anhebung: möglich, aber nicht per Klick

Das Gesetz lässt Abweichungen zu – es sagt, in der Erlaubnis könne festgelegt werden, unter welchen Voraussetzungen ein Erlaubnisinhaber im Einzelfall mit anbieterübergreifender Wirkung einen abweichenden Betrag festsetzen darf. Konkrete Zahlen stehen dort nicht; die nennt die Aufsicht.

Nach den Vorgaben der GGL sind bis zu 10.000 € im Monat vorgesehen. Beträge darüber, bis 30.000 €, sind für höchstens ein Prozent der aktiven Spieler eines Anbieters zulässig. Das ist der Teil, den Werbung gelegentlich erwähnt.

Der Teil, den sie nicht erwähnt, ist die Bedingung. Spielende müssen dafür eine hinreichende wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in geeigneter und überprüfbarer Weise belegen – die Behörde nennt ausdrücklich Einkommenssteuerbescheide, andere Einkommensnachweise und Kontoauszüge. Und sie schreibt ebenso ausdrücklich: Selbstauskünfte von Spielenden sind nicht ausreichend.

Wer also eine Anhebung erwägt, sollte wissen, worauf er sich einlässt: Es ist kein Schieberegler in den Kontoeinstellungen, sondern eine Offenlegung der eigenen Einkommenslage gegenüber einem Glücksspielanbieter. Das ist eine Entscheidung, keine Einstellung.

Das wirksamste Limit ist das, das du selbst setzt

Die gesetzliche Grenze ist eine Obergrenze, kein Vorschlag. Darunter kannst du jederzeit ein eigenes, niedrigeres Limit setzen – und das ist das einzige Werkzeug in diesem Markt, das sofort und ohne Zutun eines Kundenservice wirkt.

Zwei Dinge sind dabei nützlich zu wissen. Eine Senkung greift in der Regel unmittelbar; eine Anhebung tut es nicht, dafür sind Fristen vorgesehen. Das ist kein Schikane-Mechanismus, sondern genau der Punkt: Ein Limit, das man im Moment der Versuchung aufheben kann, ist kein Limit.

Mehr zu den übrigen Schutzmechanismen steht unter Spielerschutz; wie die Sperre über OASIS funktioniert, steht in einem eigenen Beitrag.

Die zweite Datei, die kaum jemand kennt

LUGAS steht umgangssprachlich für zwei Dinge, die das Gesetz getrennt regelt. Die eine ist die Limitdatei aus § 6c, über die das Einzahlungslimit läuft. Die andere ist die Aktivitätsdatei aus § 6h – und die sorgt dafür, dass du nicht bei mehreren Anbietern gleichzeitig spielen kannst.

Praktisch merkst du davon eine Zahl: Meldest du dich bei einem Anbieter ab, vergehen fünf Minuten, bis du bei einem anderen aktiv geschaltet werden kannst. Die Meldung, dass du aktiv bist, wird erst nach dieser Wartefrist aus der Datei entfernt.

Das ist der häufigste harmlose Grund für ein gescheitertes Einloggen – häufiger als ein falsches Passwort und viel häufiger als ein Defekt. Wer das nicht weiß, hält die Wartezeit für eine Störung und schreibt dem Kundenservice.

Für deine Planung heißt das: Ein schneller Wechsel zwischen zwei Anbietern funktioniert nicht, und zwar bei keinem erlaubten Anbieter. Mehr zu den Regeln, die während des Spiels greifen, steht in Fünf Sekunden, ein Euro; alle acht Beiträge sammelt die Ratgeber-Übersicht.

Häufige Fragen

Gilt das Limit pro Anbieter oder insgesamt?

Insgesamt. Es ist ein anbieterübergreifendes Limit und gilt für dich als Person über alle erlaubten Anbieter hinweg, überwacht über eine zentrale Limitdatei der Behörde.

Wann wird der Zähler zurückgesetzt?

Mit dem Kalendermonat. Es sind nicht dreißig Tage ab der letzten Einzahlung, sondern der Monat vom ersten bis zum letzten Tag.

Kann ich das Limit anheben lassen?

Bis zu 10.000 € im Monat sind vorgesehen, Beträge darüber nur für einen sehr kleinen Teil der aktiven Spieler. In beiden Fällen musst du deine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit belegen – mit Einkommensnachweisen oder Kontoauszügen. Eine Selbstauskunft genügt nach den Vorgaben der GGL ausdrücklich nicht.

Zählt mein Bonusguthaben auf das Limit?

Nein. Das Limit bezieht sich auf deine Einzahlungen, nicht auf Bonusguthaben. Zu den Bedingungen von Bonusangeboten steht mehr unter Bonus.

Was passiert, wenn ich das Limit erreicht habe?

Weitere Einzahlungen werden abgelehnt, bei jedem erlaubten Anbieter. Ein neues Konto bei einer anderen Marke ändert daran nichts, auch nicht bei einer Schwestermarke desselben Erlaubnisinhabers.

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