Eine Stunde am deutschen Automaten

Was die Fünf-Sekunden-Regel, der Ein-Euro-Einsatz und das Monatslimit aus einer Stunde Spiel machen – gerechnet aus dem Gesetz, nicht gemessen.

Eine Drehung dauert in Deutschland mindestens 5 Sekunden. Kürzer geht es bei keinem erlaubten Anbieter.

Der Glücksspielstaatsvertrag schreibt nicht nur vor, wer ein virtuelles Automatenspiel anbieten darf, sondern auch, wie schnell es laufen darf. Zwischen dem Auslösen einer Drehung und der nächsten liegen mindestens fünf Sekunden. Es gibt keine Turbotaste, kein Schnellspiel und keine Einstellung, die das abkürzt. Wer das Tempo aus dem Ausland kennt, merkt den Unterschied sofort.

In einer Stunde passen deshalb höchstens 720 Drehungen auf den Automaten.

Aus der Mindestdauer folgt eine Obergrenze, die nichts mit Selbstdisziplin zu tun hat: Eine Stunde hat 3600 Sekunden, geteilt durch fünf sind das 720 Drehungen. Mehr gehen nicht, auch wenn du ununterbrochen spielst. Diese eine Zahl trägt alles Weitere auf dieser Seite, denn jede Drehung kostet Einsatz.

Bei 1 Euro je Drehung laufen 720 Euro durch eine einzige Stunde.

Ein Euro je Drehung ist die Grundregel des Staatsvertrags. Klingt klein, und genau das ist der Punkt: Multipliziert mit dem Takt sind es 720 Euro Einsatz in sechzig Minuten. Nicht 720 Euro Verlust – Einsatz. Was davon zurückfließt, hängt vom einzelnen Automaten ab, und eine Quote dafür nennen wir hier nicht.

Davon sind 36,24 Euro Steuer – erhoben auf den Einsatz abzüglich der Steuer selbst.

Auf virtuelle Automatenspiele liegt eine eigene Steuer. Der Satz steht in Paragraf 38 des Rennwett- und Lotteriegesetzes, die Bemessungsgrundlage in Paragraf 37: besteuert wird der geleistete Spieleinsatz abzüglich der Steuer. Sie steckt also in ihrer eigenen Grundlage, und auf den Einsatz gerechnet sind es gut fünf Prozent. Abgebucht wird dir nichts, der Anbieter kalkuliert sie ein.

Nach 60 Minuten meldet sich der Anbieter ungefragt mit Spieldauer und Saldo.

An dieser Stelle unterbricht das Gesetz die Stunde. Nach sechzig Minuten muss dir der Anbieter anzeigen, wie lange du spielst und wie dein Saldo steht – ohne dass du danach fragst, und ohne dass du den Hinweis dauerhaft abschalten kannst. Er kommt genau dann, wenn die Zahlen oben zusammengekommen sind.

Ohne die Regel, bei einer Drehung je Sekunde: 3.600 Drehungen und 3.600 Euro.

Nimm die Mindestdauer weg und rechne dieselbe Stunde mit einer Drehung je Sekunde. Aus 720 Drehungen werden 3600, aus 720 Euro Einsatz 3600 Euro – bei unverändertem Einsatz je Drehung und unveränderter Uhr. Das ist eine Rechnung, keine Messung an einem ausländischen Automaten: Sie zeigt nur, was der Takt allein bewirkt.

Das Monatslimit von 1.000 Euro sind 1.000 Drehungen – rund 83 Minuten Spiel.

Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit gilt für dich als Person über alle erlaubten Anbieter zusammen, und es klingt nach einem Rahmen für einen ganzen Monat. Gerechnet im Takt dieser Seite reicht es für tausend Drehungen, also für gut achtzig Minuten am Stück – wenn kein Gewinn zurückfließt und sofort wieder eingesetzt wird.

Quellen: Glücksspielstaatsvertrag 2021 (§§ 6c, 6h, 22a) · § 37 RennwLottG – Bemessungsgrundlage · § 38 RennwLottG – Steuersatz